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Eine Sünde wert

Mindestens einmal im Leben hat man wohl einen Hot Brownie mit Eis bei einer Filiale einer bekannten Fastfood-Kette verdrückt. Sei es als Abschluß eines hochzuckrigen, hochkalorischen Mahls oder als Abschluß einer berauschenden Partynacht... Dass das Ganze auch ohne Getreide, ohne Industriezucker, gluten und laktosefrei (wenn man mag) geht - wird im folgenden bewiesen.

Durch mein Foto das ich kurzerhand in einer Facebook-Gruppe für "Paleo Ernährung" gepostet habe, hagelte es Anfragen um das Rezept - und das obwohl das Foto zugegebenermaßen nicht mal hübsch ist 😀

Gleich vorweg, das ist kein Nachtisch den man einfach so aus dem Ärmel zaubert, eigentlich entstand das Ganze durch eine wirklich spontane Idee einfach 2 Süßigkeiten, mit denen ich gerade experimentiere, zu verbinden. Leicht zu erraten - beim einen handelt es sich um Brownies, beim andern um Eiscreme (und die wirklich mit "Milch" und nicht als Sorbet).

Ach ja, ich surfe aufgrund meiner Recherche für Rezepte sehr viel auf englischen Seiten oder kaufe Bücher, die aus dem Englischen übersetzt werden. Da wird als Mengenangabe gerne "Cup" verwendet - es gibt diverse Umrechner im Netz, ich hab mir einfach ein "Cupset" gekauft und brauch nicht mehr zu rechnen, ich würde das jedem empfehlen der das Umrechnen genauso satt hat wie ich 😀

Aber nun in medias res!

Für den Brownieteig brauchen wir folgendes:

100g Schokolade (ich hab 85%ige genommen - keine Bio, die von Lindt - Paleogott vergib mir oder drück ein Auge zu)
50g gerieben Mandeln
3 Eier (getrennt)
1 Cup Ahornsirup
1 Cup Kakaopulver (das Bensdorp Pulver im altmodischen Karton oder irgendwas aus der Bioecke - kein Nesquik oder Benco oder wie der Zuckerschrott heißt, wirklich Kakaopulver)
1/2 Cup Butter (zerlassen) oder wer mag Kokosöl - (und hey, niemand hat gesagt, dass das ein "leichter" fett und zuckerfreier Kuchenteig wird!)
1/2 TL Natron
wer möchte
1/4 Cup Sauerrahm (ich glaub Schmand heißt das in Deutschland) - dann ists halt primal und nicht paleo, in diesem Fall sollte die Mandelmenge angeglichen werden und etwas mehr davon genommen werden - bisschen freestyle, traut euch ruhig!
a pinch of salt (das ist immer wichtig!)

Eine gefettete oder mit Backpapier ausgelegte Form (in welcher Form (sic!) auch immer - ich hab sogar eine Guglhupf Form verwendet, prinzipiell egal)

Los gehts!

Die Schoki zerteilen und in einer Metallschüssel über dem Wasserbad schmelzen. Ich nehme in dem Fall immer eine Schüssel die bereits groß genug ist, damit die gesamte Masse darin Platz hat - spart Geschirr 🙂
Während die Schoki zergeht, die Eier trennen und das Eiweiß zu Schnee schlagen.
Wenn die Schoki geschmolzen ist, Schüssel vom Wasserbad nehmen, etwas warten (sonst gerinnt das Ei!) und dann langsam die geschmolzene Butter einrühren, danach die Eidotter und den Ahornsirup untermengen. (Kosten ist in diesem Stadium bereits erlaubt, man muss sich nur wieder losreißen können...)
Kakaopulver und Natron in ein Sieb geben und auf die Masse sieben. Das macht man deswegen weil Kakaopulver in der Menge gerne klumpt und man sonst keine glatte Masse erhält. Danach kommen die gemahlenen Mandeln dazu, wer mag kann auch noch den Sauerrahm einrühren.
Und jetzt behutsam den Eischnee unterheben, die Masse danach sofort in die Form gießen. Sie müsste recht zähflüssig sein (etwa so wie warmer Pudding), auf keinen Fall sollte die Masse ganz flüssig und auch nicht fest sein. Ist sie zu fest, darf man mit etwas Ahornsirup oder einem weiteren Ei nachhelfen, ist sie zu flüssig dann einfach mehr Mandeln hinein.

Jetzt kommt der Teig bei 190°C ins Backrohr (Ober- und Unterhitze). Je nach Form dauert das 30-45min. Als Test empfiehlt es sich mal nach 30 Minuten mit einem Holzstäbchen an der dicksten Stelle in die Masse zu stechen. Kleben noch Teigteile am Stäbchen, heißts noch ein bisschen warten.

Ist der Brownie dann fertig, kann man ihn aus der Form lösen und abkühlen lassen. Lässt sich auch super aufheben. In kleinen feinen Stücken geschnitten in Tupperware im Kühlschrank z.b. (sofern er es bis dorthin überhaupt schafft)

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Nun zum Eis.
Da wurde ich von einer lieben Teamkollegin inspiriert wieder mal Cremeeis selbst zu machen. Probiert habe ich ja schon einiges: Vanilleeis, Kürbiseis mit Pecannüssen, Himbeersorbet, etc - eigentlich alle damals nicht paleokonform. Also, Challenge accepted 🙂

Für das Eis brauchen wir:

1 Banane
Kokosmilch
Kokosblütenzucker oder Ahornsirup
Zimt
Mandelmus

Mengenangaben zu machen ist hier sehr schwierig, das kommt ganz drauf an wie man die Konsistenz seiner Creme möchte.

Fakt ist, die Banane muss geschält und in Scheiben geschnitten werden, danach muss sie ins Gefrierfach.

Für die Eiscremezubereitung in diesem Fall habe ich eine Kaffee/Gewürzmühle, die mit den Zutaten befüllt wird. Übrigens: Auf Anfragen schicke ich gerne den Link zu dem Ding, hier poste ich nichts - mache keine Schleichwerbung.

In meinen Behälter passt ca. eine halbe gefrorene Banane, dazu gebe ich ein paar EL Kokosmilch, 2TL Kokosblütenzucker oder Ahornsirup, 1/2 TL Zimt und mixe das Ganze mal bis die Mühle raucht 😀 Ist die Masse zu cremig oder wird die Banane nicht ordentlich püriert gebe ich etwas Kokosmilch dazu. Ists zu flüssig, kommt einfach eine Banane rein (deswegen nicht die Ganze Banane auf einmal rein, ihr habt dann nichts mehr zum "dicker" machen!).

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Hat man eine schöne cremige Masse kommt die Inspiration von oben genannter Teamkollegin (danke Anna!). Ich habe zugegebenermaßen oft mit dem Gedanken gespielt, aber mich nie getraut: Jetzt kommt 1TL Mandelmus in die Masse und dann wird nochmal durchgemixt.... 7th heaven - genau das hat mir immer beim selbstgemachten Eis gefehlt.

Gleich vorweg, das ist für mich "Eiscreme" obwohl man damit keine Kugeln machen kann - für die Veredelung des Brownies ist das aber wirklich vollkommen egal 🙂

So, Finale!

Brownie her, in eine Schüssel, für 20 Sekunden in die Mikrowelle (ja wie beim Fastfood-Lokal :D) und dann die Bananen-Kokosmilch-Mandelmus Eiscreme drauf und vielleicht noch etwas Kokosblütenzucker darüber rieseln lassen....

Dann: Ab aufs Sofa, zurücklehnen, genießen!

geschrieben von Phil

Comments (One comment)

  • 11. November 2016 at 18:44

    Das sieht aber sehr sehr lecker aus. Vielen dank für den tollen Rezept, werde es auch mal ausprobieren.

    Gruß Anna

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